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Andacht

Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.

Lukas 5,20

Ich liebe es, in die Idylle der Berge zu fahren, mit meinem Mann ein Domizil in einem einsamen und ruhigen Tal aufzuschlagen und dann einfach nur zu wandern und die Natur zu genießen. Das hat was! Für mich besitzen Berglandschaften Anklänge an das Paradies und am liebsten würde ich einfach wie Heidi auf der Alm leben. Fernab vom Lärm der Autos, von dem Motto "Geiz ist geil", vom Stress auf der Arbeit, fernab von Ehescheidungen, Krebs und Tod.

Ja, so eine Alm hätte schon etwas. Eins vergesse ich dabei aber leider leicht: Es gibt für uns keinen Himmel auf Erden. Nirgends. Nicht an einem plätschernden Hochgebirgsbach und auch nicht auf der Alm mit oder ohne Kühe. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Der Grund sind nicht die anderen, auch wenn wir das gerne meinen. Nein, der Grund dafür, dass es hier auf Erden kein Paradies gibt, das bin ich.

Wo ich auch hinfahre und wohin ich auch laufen würde, ich nehme mich mit. Automatisch dabei sind dann immer auch meine schrägen und bösen Gedanken, mein Ego, das jede Auseinandersetzung gewinnen will, ein Haufen Erwartungen an meine Mitmenschen, die sie unmöglich erfüllen können, und vieles andere. Ich bin das Problem. Deswegen gibt es hier kein Paradies.

Als Jesus einem Gelähmten begegnete, heilte er ihn, tat vorher aber noch etwas anderes. Er sagte zu ihm: "Mensch, deine Sünden sind dir vergeben." Manchmal meinen wir, Vergebung hätten andere nötig. Wir seien nicht so schlimm. Gott sagt aber: "Jeder braucht Vergebung." Nicht nur der andere. Ich auch.

Die gute Nachricht ist, dass Gott ohne jede Einschränkung vergibt. Er nimmt uns unsere Schuld weg und will uns auch alles andere abnehmen, was zerstört - uns selbst, unseren Nächsten, unsere Beziehungen. "Mensch, deine Sünden sind dir vergeben."

Wir leben aus dieser Zusage, aus der Gnade und mit der Hoffnung und Gewissheit, dass es das Paradies tatsächlich eines Tages geben wird, wenn Jesus wiederkommt. Vorher darf ich vielleicht manch himmlischen Moment hier auf der Erde dankbar genießen, aber da, wo es nicht so himmlisch ist, darf ich wissen: Gott ist mit seiner Gnade für mich da und eines Tages wird es wirklich kommen, das Paradies.

Stephanie Kelm